Ortsbeschreibung aus dem Jahre 1895

Dorf, 36, 5 km von Sternberg, südöstlich am Molkenbache und an der Bezirksstrasse Milbes - Stadt Liebau gelegen, mit 73 Häusern und 551 Einwohnern (1895) 245 m. und 306 w. deutscher Sprache / 547 Katholiken und 4 Israeliten, mit einer Pfarre, einer einklassigen Volksschule mit 105 Schülern und einem im Jahre 1895 errichteten Feuerwehrvereine. Die nächste Post befindet sich in Bodenstadt.

Die zu Milbes gehörigen Grundstücke haben ein Ausmass von 1166 ha 84 a 76 m2, bestehen aus hügelig, auch flach gelegenem gutem Ackerboden, welcher Hafer und Kartoffeln hervorbringt. Nördlich des Ortes, gegen Siegerzau erstreckt sich ein vom Mastnikwalde begrenztes Plateau. Im Osten des Dorfes sind die Wälder "Lattenbusch" und "Rehbusch", südwestlich der "Hennewald" gelegen.

Die Bewohner von Milbes beschäftigen sic hmit Ackerbau und Viehzucht. Im Orte bestehn Zwei Mühle, zwei Gemischwaarenhandlungen und zwei Gasthäuser, sowie einige Handwerker. Die Kirche zur heil. Katharina steht im Osten des Dorfes und gibt dem dort ausmündenden Tale die Bezeichnung Kirchgrundtal. Sie ist im Jahre 1728 an Stelle der alten hölzernen Kirche erbaut, welche im Jahre 1727 abgetragen wurde und enthält zwei Altäre, eine Orgel und auf dem Turme drei Glocken, 1780 von Wolfgang Straub in Olmütz gegossen.

Geschichte: Um das Jahr 1377 gehörte Milbes dem Besitzer der Herrschaft Bodenstadt, Boczek von Kunstadt, welcher Milbes sammt anderen Dörfern im Jahre 1405 an Thomas Podstatsky von Prusinowitz verkaufte. Milbess besass damals eine Pfarre, welche im Jahre 1570 an die Protestanten (die hier ihre eigenen Pastoren hatten) übergieng. Im Jahre 1775 waren 52 Häusern und 389 Einwohner.

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1945