Ortsbeschreibung aus dem Jahre 1895

Dorf, südwestlich von Sternberg 35 km entfernt, in einem muldenförmigen von mehreren Quellen bewässerten Thale gelegen. Dasselbe hat 333 Häusern mit 2180 Einwohnern (1895) 1041 m. und 1139 w. katholischer Religion und deutscher Sprache, eine vierklasige Volksschule mit 414 Schülern, zu welcher die Kolonie Hühnerberg 2 km, Steinbruch 1 km und Bräuerberg 2 km entfernt, eingeschult sind, eine Pfarre, eine Post und vier Vereine.

Am westlichen Ende von Waltersdorf führt die Bezirksstrasse Waltersdorf - Liebau-Bautsch vorüber; neugebaut ist die Bezirksstrasse Waltersdorf-Neueigen-Dittersdorf.

Unweit von Waltersdorf im Osten fliesst die Oder. Die Umgebung von Waltersdorf besteht aus einer von mässigen Hügeln durchzogenen, im Oste, Süden und Westen von zusammenhängenden Waldungen bestandenen Hochebene, aus welcher der "Olmützerberg" und die "Schwedenkoppe" südwestlich vom Dorfe, 365 und 622 m hoch, südwestlich der "Wachtberg" 620 m hoch, hervorragen. Die Bodenerhebungen zwischen der Oder und dem Waltersdorfer Bache in Süden tragen die Bezeichnung 'Bräuerberge"

Die Grundstücke von Waltersdorf haben ein Ausmass von 1792 ha 53 a 28 m2, enthalten mittelmässigen Ackerboden und bringen Korn, Gerste, Hafer, Hülsenfrüchte und Kartoffeln hervor. Der früher stark betriebene Flachsbau ist fast ganz verschwunden.

Die Einwohner von Waltersdorf ernähren sich vom Feldbau, von der Erzeugung von Dachschiefer und mit Holzhandel. Hier bestehen drei Brettsägen (eine davon mit Dampfbetrieb) zwei Mühlen, neun Gasthäuser, vier Schieferbruchbesitzer, neun Gemischwaarenhandlungen und Greisleieren und eine grössere Anzahl Handwerkern. Auch ein Arzt übt hier seine Praxis aus.

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1945