Ortsbeschreibung aus dem Jahre 1895

Dorf, 39 km nordöstlich von Sternberg im Thale an der Mohra gelegen, mit der 5 km entfernten Kolonie Hartau mit 400 Einwohnern (1895) deutscher Sprache und katholischen Religion; 195 m. und 205 w. und 59 Häusern, gehört zur Pfarre nach Kunzendorf und zur Post nach Hof und hat eine einklassige Volksschule mit 60 Schülern.

Die zu Mödlitz gehörigen Grundstücken haben einen Flächenraum von 540 ha 23 a 39 m2 und bestehen aus geringem Ackerland, welches Korn, Hafer, Gerste, Flachs und Kartoffeln hervorbringt. Grasreiche Wiesen begünstigen hier die Viehzucht. Die Einwohner ernähren sich von der Landwirtschaft und finden Beschäftigung in den Schüferbrüchen. Auch besteht hier eine Kartoffelstärkefabrik.

Die Erhebungen in der Nähe des Ortes werden von "Wachberg" im Nordosten und vom "Hartenberg" im Norden gebildet.

Die Filialkirche Maria Heimsuchung wurde im Jahre 1766 erbaut, hat einen Altar, eine Kanzel, auf dem Turme zwei Glocken, 1408 und 1505 gegossen.

Im Hartau steht eine schöne, im Jahre 1848 erbaute Friedhofkapelle, in derselben eine Orgel.

Geschichte: Auf den nähen waldigen Höhen, deren Fuss die Mohra bespült, lag in der Vorzeit die bereits vor 1560 verödet gewesene Burg Medlice, welche um 1275 im Besitze Ludwigs von Meedl gewesen ist. In neueren Zeit hat man davon sehr starke und feste Grundmauern, dem Anscheine nach überreste von zwei Wachtürmen, und bei weiterem Nachgraben auch eiserne Pfeile nebst einer grossen Steinkugel entdeckt. Die Sage erzählt auch, jedoch ohne Grund, das auf einer dieser Anhöhen, gegen das Mohrathal zu, einst ein Kloster gewesen, von welchem sich jedoch keine Spur mehr erhielt. Diese Sage dürfte nur auf die grössere Wichtigkeit des Ortes in der Vorzeit hindeuten, welcher noch um 1480 ein Städtchen war und in einem der nachherigen Kriege zerstört worden ist. Die Kolonie Hartau hatte im Jahre 1775 in neun Hausern 72 Einwohner.

Am 26. Juni 1826 verbrannte nahezu das ganze Dorf Mödlitz, wodurch die Einwohner in tiefste Armut gerieten.

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1945