Ortsbeschreibung aus dem Jahre 1895

Dorf, 6,5 km westlich von Sternberg, mit 82 Häusern und 534 Einwohner (1895) 231 m. 303 w.; sämtliche Katholiken, davon 508 Deutsche und 24 Slaven. Bladowitz hat eine Pfarre und eine zweiklassige Volksschule mit 140 Schülern, zu welchen Krockersdorf, 2,5 km und Komarn, 1,2 km weit enfernt, gehören. Das Dorf liegt an der Staatsbahn, Strecke Sternberg - Mährisch Schönberg und an der Bezirksstrasse Sternberg - Mährisch Neustadt hat einen Flächeraum von 1004 ha 95 a 74 m2 und gutes Ackerland, auf welchem nebst den Getreidearten auch Kraut und Runkelrüben gedeihen. Die Bewohner leben von der Landwirtschaft. Nebst mehreren Handwerkern finden sich hier drei Gasthäuser und eine Dampfmühle. Seit 1884 besteht hier ein Männergesangverein, dann eine Spar- und Darlehenkasse. Nordöstlich vom Dorfe befindet sich der ausgedehnte Wald Strachow.

Am Oberen Ende auf der Anhöhe steht die im Jahre 1792 erbaute Pfarrkirche der heil. Maria Magdalena, welche vom Religionsfonde mit Ausnahme des Turmes, der von der alten Kirche verblieb, erbaut wurde. Vor derselben befindet sich eine steinerne Bildsäule, Maria Empfängnis. Der Friedhof ist seit dem Jahre 1834 ausserhalb des Dorfes, in seiner Nähe die im vorigen Jahrhundert erbauten Kreutzwegkapellen.

Geschichte: Bladowitz gehörte schon vor 1131 ganz zur St. Wenzel Probstei in Kostl und im Jahre 1295 verlieh es Bischof Theodorich nebst nehreren anderen Dörfern dem Landeskämmerer Bruno. (Zu den Jahren 1273 und 1390 vergl. Krockersdorf und Domstadtl).

In der Urkunde vom 17. Oktober 1296, mit welchem Albrecht von Sternberg der Kirche in Sternberg den Zehent von einigen Dörfern schenkt, wird auch ein Herr Heinrich in Bladowitz genannt. Im Jahre 1395 besass Peter von Sternberg dieses Dor fals ein landesherrliches Lehen zu seinem Schlosse Sternberg., ebenso die nachmaligen Herren von Sternberg, Peter und Georg von Krawarz. Letzteren befreite am ersten Sonntag nach Invocavit das Dorf (Mladiegowitz) vom Heimfallrechte., welches Privilegium Wenzel Berka von Dub und Lippa 1562 bestätigte und erneuerte und die Einwohner ausserdem von der Robot der Küchefuhren zum Schlosse enthob.

Am Tage des heil. Johannes des Täufers 1513 erneuerte Wenzel Berka den Weisen Wanka (Johanna) und Georg im Bladowitz den ihren Vorfahren von Mikulasch von Zierotin am St. Georgstage 1416 zu Sternberg entheilten Freibrief.

Im 16. Jahrhundert gieng die Kirche in Bladowitz in Besitz der Altkatholiken über, deren Pastor 1607 der in Sternberg geborene Melchior Maudrius war. Am 18. Jänner 1625, nach Ausweissung der Pastoren übergab Kardinal Dietrichstein die Kirche die Kirche dem Sternberger Stifte, welches dieselbe dem Pfarrer in Augezd, einem Sternberger Conventualen, zur Aufbesserung überliess, bis die Bladowitzer um einen eigenen Pfarrer baten, welcher das Stift auch bestellte, ungeachtet die damalige Grundfrau Maria Elisabeth die Congrua nicht ergänzen wollte. Im Jahre 1803 wurde das Benefic zur Pfarre erhoben. 

Bladowitz hatte im Jahre 1775 in 67 Häuser 420 Einwohner.

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1945



MATRIKY PRO OBEC MLADĚJOVICE 1657 - (1920)

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