Ortsbeschreibung aus dem Jahre 1895

Dorf, 36 km von Sternberg, östlich am rechten Ufer der Oder und an der Bezirksstrasse Liebenthal - Schönwald gelegen, mit 170 Häusern und 1232 Einwohnern (1895) 583 m. und 649 w. katholischer Religion und deutscher Sprache, mit Post und Pfarre, einer dreiklassigen Volksschule mit 200 Schülern, einem Gesangvereine seit 1884 und einer freiwilligen Feuerwehr seit 1892.

Die bewaldete Umgebung ist von mässig ansteigenden Hügeln durchzogen. Die Grundstücke enthalten ein Ausmass von 2366 ha 32 a 52 m2 und sind von mittelmässiger Beschaffenheit. Gebaut werden Korn und Hafer.

Die Einwohner von Rudelzau leben von der Landwirtschaft und vom Taglohne. In der Nähe besteht das Bleibergwerg der Gebrüder Ollendorf, im Dorfe selbst zwei Mühlen, fünf Greisler, ein Gemischwaarehändler, sechs Gasthäuser und einige Handwerker.

Die alte Holzkirche yum hlg. Bischof Nikolaus brannte sammt zwei Drittheilen des Dorfes am 22. April 1758 ab und wurde gegenüber dem Platze der früheren im Jahre 1760 die jetztige gebaut. Dieselbe enthält drei Altäre, 14 Kreuzwegbilder von dem Fulnekern Josef Frömel gemalt, auf dem Turme drei Glocken aus den Jahren 1756 und 1757.

Geschichte: Rudelzau gehörte um das Jahr 1377 dem Besitzer der Herrschaft Bodenstadt, Boczek von Kunstadt, welcher das Dorf nebst anderen im Jahre 1408 an Tomas Podstatsky von Prusinowitz verkaufte. Das Patronat des Pfarrkirche gehörte im selben Jahre dem Gutsherrn. Die Pfarre gieng hier in Folge des Protestantismus um Jahr 1560 ein und wurde seit 1624 nicht mehr Besetz, sondern nach Bodenstadt gewiesen, obleich das Volk, wie es den Anschein hat, im Jahre 1637 wieder katholisch war.

Im Jahre 1775 waren hier in 103 Häusern 755 Einwohner.

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1945