Ortsbeschreibung aus dem Jahre 1895

Dorf, 33,5 km von Sternberg, im Osten an der Milbes-Liebauer Strasse gelegen, mit 49 Häusern und 330 Einwohnern (1895) 151 m. und 179 w. katholischer Religion und deutsche Sprache und einer einklassigen Volkschule mit 67 Schülern. Siegerzau ist nach Milbes eingepfarrt, die nächste Post befindet sich in Stadt Liebau. Die zu Siegerzau gehörigen Grundstücke haben ein Ausmass von 613 ha 43 a und enthalten mittelmässigen Ackerboden, welcher Korn, Hafer, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Flachs und Kraut Hevorbringt. Durch das Dorf fliesst der Schillerbach, welcher in Westen in der Oder mündet. Nördlich von Dorfes erhebt sich der "Huppenberg" 562 m hoch, im Volksmunde "Auf der Hut" genannt.

Der Boden in und um Siegerzau ist von kleinen Hügeln durchzogen, an manchen Stellen plateauförmig, und von grösseren und kleineren Waldungen bestanden, als von dem Sattelwalde" im Nordwesten des Dorfes, vom "Steinbergwalde" in Süden, "Lindenbüschel" im Osten, "Hühnergrund", letzterer bemerkenswert durch seine Schlucht mit steil abfallenden Wänden, im Norden.

Die Einwohner leben von der Landwirtschaft, von dem Betriebe verschiedener Gewerbe und von Taglohne.

Die Kapelle zum heiligen Johann von Nepomuk steht auf dem Friedhofe, wurde im Jahre 1792 von der Gemeinde neu erbaut, hat einen Turm mit Glocke und im Innern einen Altar.

Geschichte: Siegerzau hiess früher Sieghartsau und war im Jahre 1377 als Bestandtteil der Herrschaft Bodenstadt Eingentum des Boczek von Kunstadt. Im Jahre 1408 verkaufte es derselbe an Thomas Podstatsky von Prusinowitz. Auf dem Steinberge stand ehemals eine Burg, von der jedoch gegenwärtig keine Spur mehr sichtbar ist. Dieselbe wurde angeblich im dreissigjährinen Kriege zerstört und fanden sich daselbst bei angestellten Nachgrabungen Silbermünzen aus der Zeit Ferdinands II.

Siegerzau zählte im Jahre 1775 in 37 Häusern 252 Einwohner.

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1945